Presseartikel


Thema: Rockumenta im SPOT
(HNA vom 16.09.2002)

Während die documenta in den letzten Zügen liegt, ließ es sich das Bandfestival „Rockumenta“ im „Spot“ nicht nehmen, gnadenlos Krach zu schlagen und die ehemalige Feuerwache in ihren Grundfesten zu erschüttern.


Nicht weniger als acht Bands, allesamt der mehr oder weniger heftigen Gitarrenmusik verschrieben, sorgten für ein Rockmusik-Scharmützel, das in Kassel seines Gleichen suchen dürfte.

„Lizard“ aus Witzenhausen legten als Opener erst mal ein ordentliches Punk-Brett vor, bevor „Giant Ass“ ? mit Heimspielbonus, weil aus Wehlheiden ? beweisen konnten, dass sie einen gewaltigen 80er-Metal-Hintern in der Hose
haben. Auch die vier Jungs von „Ojo Rojo“ aus Berlin zeigten in ihrem Set, dass knüppelharter direkter Metal à la „Metallica“ immer noch ’ne feine Sache sein kann, und die Amerikaner von „Trial by Fire“ (als Ersatz für „Smoke Blow“) schlugen in die selbe Kerbe.

Etwas ruhiger ließen es da schon die einzigen Gäste von ganz fern angehen. „Kvlr“ heißt die Combo aus Schweden, die bis vor kurzem noch auf den Namen „Kevlar“ hörte, bis sie die Hersteller der Hi-Tech-Faser recht unsanft auf die bestehenden Namensrechte aufmerksam machten.

Unter den treibenden Klängen von „Waterdown“ aus Osnabrück die sich eines feinen Nu-Metal rühmen können, strebte der Abend unaufhaltsam seinem Höhepunkt entgegen. Schon „Pale“ aus Aachen verstanden es mit ihrem herrlich erfrischenden Emo-Core, dem Abend eine heitere Note zu verleihen.

Und als „Pale“ kurz nach Mitternacht die Hauptbühne verließen, war alles bereitet für einen der momentan heißesten Live-Acts in Deutschland. Niemand Geringeres als die inzwischen legendären „Beatsteaks“ aus Berlin zeigten allen Anwesenden, wo derzeit der Rockhammer hängt. Präziser und druckvoller Rock, präsentiert in einer unglaublichen Klangdichte, machten bei den Zuhörern die Müdigkeit vergessen und ließen die letzten Dämme brechen. Zu knusprigen Bässen und leckeren Gitarren praktizierte man Stagediving und Pogo und feierte diesen Rockleckerbissen bis in die frühen Morgenstunden.

(Sven Kamin / HNA-Redaktion)

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